Null-Prozent-Finanzierung

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Jeder kennt sie, denn jeder liest und hört von ihr, bewusst oder unbewusst! Die Null-Prozent-Finanzierung! Ob beim Möbelhaus, im Elektrofachgeschäft oder beim Autokauf: Die Null-Prozent-Finanzierung lockt sehr viele Kunden an und verspricht eine einfache Bezahlung durch ein Bezahlsystem ohne Zinsen. Oder eben doch nicht? Und ist das überhaupt möglich und verdient auch jemand daran?

Mit der Beantwortung dieser Frage beschäftigt sich der folgende Artikel. Bei einer Null-Prozent-Finanzierung handelt es sich um einen Kauf, bei dem der Käufer einen Kredit mit einem Kreditinstitut abschließt, mit dem der Händler kooperiert. Dabei handelt es sich meistens um einen klassischen Ratenkredit mit fester Vertragslaufzeit und Ratenhöhe, jedoch ohne Zinsbelastung für den Kreditnehmer (Käufer). Der Kaufpreis für die Ware wird direkt an das Kreditinstitut geleistet. Für den Händler lohnen sich solche Geschäfte zur Umsatzsteigerung, für den Kreditgeber zur Kundendatengewinnung und Abschluss eventueller Folgeverträge. Bei Null-Prozent-Finanzierungen besteht nach dem Kauf kein Widerrufsrecht für den Käufer, denn das Angebot ist unentgeltlich und stellt keinen sogenannten „Verbraucherdarlehensvertrag“ dar. Ein Verbraucherdarlehensvertrag ist ein Vertrag zwischen einem Verbraucher (der Käufer) und einem Unternehmer (dem Geschäft), § 491 Absatz 1 BGB. Die Falle besteht hier darin, dass viele Verbraucher ein Angebot vorschnell annehmen und erst später feststellen, sich mit dem Kauf doch übernommen zu haben. Noch gilt die Widerspruchsfrist, die bei Kreditverträgen gilt, hier nicht. Bei Kreditverträgen ist ein Widerruf innerhalb von 14 Tagen ab Vertragsschluss möglich, §§ 495, 355 BGB. Für die Null-Prozent-Finanzierungsverträge könnte die Widerspruchsfrist in naher Zukunft (analog) anwendbar sein, um den Verbraucher besser zu schützen. Das prüft derzeit das Bundejustizministerium. In der gegenwärtigen Situation stellen die Null-Prozent-Finanzierungen aber noch eine Falle dar. Oftmals verstecken sich in den Kaufverträgen Kosten, die am Ende dann doch keine Null-Prozent-Finanzierung darstellen, wie zum Beispiel die Zahlung einer Restschuldversicherung, die der Käufer mit unterschrieben hat. Deshalb ist der Vertrag genau zu prüfen, bevor er unterschrieben wird. Es bleibt festzuhalten, dass diese Angebote vorrangig Werbemaßnahmen zur Steigerung der Verkaufszahlen sind.

Von Ada Barowski

Quellen:

FAZ April 2015

Vz-nrw (Verbraucherzentrale Nordrheinwestfalen)

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