Die 5 größten Irrtümer im Kaufrecht oder wie werde ich unliebsame Geschenke los?

Kaufirrümer

Die buntkarierte Hose war doch keine so gute Idee, das Weihnachtsgeschenk ein absoluter Reinfall? Unsere Kaufentscheidungen sind häufig nicht gut überlegt. Das verwundert nicht, gehen doch die meisten davon aus, dass man die Waren bei Nichtgefallen einfach zurückgeben kann. Doch das ist rechtlich betrachtet keine Selbstverständlichkeit. Um den Warenumtausch ranken daher zahlreiche Mythen. Im Folgenden geht es um die 5 größten Irrtümer im Kaufrecht.

 

 

1. Das gesetzliche Umtauschrecht

Möglicherweise sind auch Sie davon ausgegangen es besteht ein gesetzliches Umtauschrecht, denn schließlich kann man doch fast überall seine Waren bei Nichtgefallen einfach zurückgeben. Das Umtauschrecht, welches wahrscheinlich jeder schon einmal in Anspruch genommen hat, ist jedoch rein vertraglicher Natur. Die meisten Einzelhändler haben in ihren AGB entsprechende Klauseln. Dieses Umtauschrecht ist gesetzlich nicht geregelt. Eine Verpflichtung seitens des Verkäufers besteht nicht. Es handelt sich hierbei schlicht um Kundenservice. Gesetzlich kann der Käufer Gewährleistungsrechte geltend machen, sofern die gekaufte Sache einen Mangel aufweist. Beim Online-Shopping und anderen Fernabsatzgeschäften steht dem Käufer ein Widerrufsrecht zu. Hier kann der Käufer innerhalb der 14-Tägigen Frist unabhängig vom Grund den Kaufvertrag widerrufen. Schließlich könnte der Käufer den Vertrag anfechten und zwar dann, wenn er bei Vertragsschluss einem Irrtum unterlag. Sie ahnen es vielleicht bereits, Nichtgefallen ist kein Irrtum in diesem Sinne.

2. Reduzierte Ware ist vom Umtausch ausgeschlossen

Sie lesen es wahrscheinlich regelmäßig in sämtlichen Kaufhäusern: „Reduzierte Ware ist vom Umtausch ausgeschlossen“. Das stimmt nicht ganz. Was das oben beschriebene freiwillige Umtauschrecht betrifft, kann der Händler bestimmen, welche Waren er zurück nimmt und welche nicht. Das gesetzliche Gewährleistungsrecht greift jedoch auch bei reduzierter Ware. Der Preis einer Sache ist hierbei keine Voraussetzung. Entscheidend allein ist, dass die Sache einen Mangel aufweist, den der Käufer beim Kauf nicht kennt.

3. Umtausch nur originalverpackt

Häufig wird angenommen, eine Ware könne nur dann umgetauscht werden, wenn die Ware noch originalverpackt ist. Was das gesetzliche Mängelgewährleistungsrecht betrifft, ist die Verpackung völlig irrelevant. Macht der Käufer jedoch das vertraglich vereinbarte Umtauschrecht geltend, kann der Verkäufer die Rücknahme verweigern, zum Beispiel dann, wenn er in den AGB ausdrücklich nur originalverpackte Ware zurücknimmt oder er kann sie zurücknehmen und unter Umständen einen Schadensersatz geltend machen. Hat der Käufer den Vertrag wegen Irrtums angefochten, erfolgt die Rückabwicklung auch ohne Originalverpackung. Der Verkäufer kann unter Umständen auch hier Schadensersatz einfordern.

4. Ohne Kassenzettel geht nichts

Ohne Kassenzettel können Sie die Ware nicht umtauschen? Doch, das ist tatsächlich möglich. Der Kassenzettel dient lediglich als Beweis dafür, dass der betreffende Kaufgegenstand auch dort, wo Sie umtauschen möchten, gekauft wurde. Der Beweis dafür, kann jedoch auch anders erfolgen, z.B. durch Kontoauszüge, wenn eine EC-Zahlung erfolgt ist. Manchmal kann es auch so sein, dass die Kaufsache von ihrem Typus oder der Marke nur im betreffenden Geschäft erhältlich ist.

5. Die 14-Tägige Umtauschfrist

Die 14-Tägige Umtauschfrist gilt nur für das vereinbarte Umtauschrecht und das Widerrufsrecht bei Fernabsatzverträgen. Im Gewährleistungsrecht gilt die gesetzliche Verjährungsfrist von 2 Jahren. Möchte der Käufer wegen Irrtums anfechten muss er das unverzüglich tun, nachdem er den Irrtum bemerkt hat.

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